Nur kurz der Hinweis, dass die Ludoregeln bei der Regelauslegung ausnahmsweise mal nicht herbeigezogen werden sollen. Abgesehen davon, dass dieser Aspekt sprach ungenau abgefasst ist, hatten wir ihn bei der Regelabfassung einfach nicht im Blick...
Die Ludo-Regeln in der jetzigen Fassung wurden so um die Jahrtausendwende überarbeitet. Zuvor hatten wir eine play-by-mail-Fassung von Walter Luc Haas aus den tiefen 70er Jahren online, die notdürftig um einige Regeln zum Online-Spielen erweitert worden war.
Bei der Neufassung hatten wir vor allem drei Aspekte im Blick:
- wir wollten Aussagen zu den besonderen Problemen beim E-Mail-Spiel (NMR-Handling, Klärung von Regelfragen, Spielraum für Spielleiter etc.) treffen
- wir wollten die Teile der Spielregeln anders formulieren, die nach unseren Erfahrungen Ende der 90er häufig zu Missverständnissen vor allem bei neuen Spielern geführt hatten (z.B. die harte Unterscheidung bei Ludo zwischen Halte-Befehlen und Bewegungsbefehlen) und
- wir wollten uns in den Formulierungen des Regeltextes möglichst von den HASBRO- (damals glaub ich noch Avalon-Hill-) Regeln unterscheiden, weil damals gerüchteweise umging, dass Hasbro zwar das pbem-Spielen dulden würde, aber nicht das Kopieren und Online-Setzen der Original-Spielregeln.
Aber natürlich fußen die Ludo-Regeln auf den Originalregeln. Im Tread wird und wurde ja auch versucht, zu ergründen, was sich die Regelmacher so gedacht haben.
Apropos Regelmacher:
Steht eigentlich jemandem das Calhamer-Buch zur Verfügung? Äußert er sich dazu, ob er Diplomacy ausgehend vom abstrakten Gedanken eines Strategie/Verhandlungsspiel entwickelt hat oder ob die historische Konfliktsituation für ihn zunächst im Vordergrund gestanden hat?