Archive des BUMM, Winter 1906
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| der herbstzug 06 wird eine dieser auswertungen sein, bei der man minütlich nach dem ZAT das postfach kontrolliert und mit einem kribbeln im bauch das mail öffnet. der grund dafür ist einfach. ich hole zum entscheidenden schlag aus. ein schlag, der aber auch in die hose gehen kann, wenn ich mich in einer abgesprochenen geschichte befinde. und das kann man ja leider nie ganz ausschließen. meine züge: ruhr s kiel-hol mun-kiel mar-pied pru-war tri-ven ion-nap con s aeg-smy aeg-smy wenn alles so läuft wie geplant, werde ich in diesem herbst italien 3 VZ und rußland 2 VZ abgenommen haben. beide werden danach wohl für die nächsten 2 jahre keine partie mehr mit mir spielen. aber nein, sie werden die zusammenfassung der spielehistorie lesen und wahrscheinlich einsehen, daß sie an meiner stelle genauso gehandelt hätten. ex post ist man bekanntlich immer schlauer als ex ante. I: "böses spiel um roger rabbit" hieß in den 80ern einmal ein lustiger film. jan könnte der roger rabbit der 400er partie werden. erst ambitioniert gestartet, dann von mir auf 2 VZ runtergeklopft, dann wieder aufgepäppelt um jetzt mit einem schlag bis zu 3 seiner 4 VZ an mich abgeben zu dürfen. folgende züge sind mit jan abgesprochen: west-naf tyn-tun rome-tus smy h jan rechnet mit meiner unterstützung nach tun, die es nicht geben wird. mit der a rome denke ich wird er rome-ven ziehen und wenn osmanien erneut arm-con zieht, wird jan sogar nur ein VZ an mich verlieren. das wäre der worst case. R: christian ist der kleine zwillingshase von roger rabbit. bei ihm gilt fast die identische geschichte zu jan. ich rechne mit folgenden russischen zügen: sil-ber arm-ank lvn s stp h mos s stp h D: georg weiß nichts um meine allianz mit F. er hat mich angemailt und mir nahegelegt "mich mit F zu einigen". hihi, wenn er wüßte, daß dies alles abgesprochen war. F wollte kurz, daß ich seine a kiel nach ber unterstütze. dies konnte ich zum glück verhindern, denn georg ist nachwievor ein wichtiger partner für mich. er zieht: stp h ber-kiel das ber-kiel wollte ich, damit es nicht zu einem VZ-tausch kiel-mun zwischen F und mir kommt. irgendwie ist es mir lieber mun zu besitzen als kiel. E: hehe, nach andreas' zug kam endlich mal eine mail von bernd. ich habe ihm geantwortet, aber irgendwie scheint er nicht auf mich eingehen zu wollen. ein grund mehr den mut von andreas zu belohnen, der seine hosen hat fallen lassen und gegen seinen verbündeten E gezogen ist. wohlwissend, daß ich nach mar einmarschiere und dies ausnützen könnte. ich rechne mit folgenden englischen zügen, falls er sich nicht noch last minute meldet (dann mache ich ein update): nth-yor swe-den nwy s fin-stp fin-stp bar s fin-stp bal-lvn hol-bel er sieht sich in der klemme: schnell die a nwy zurück auf die insel zur besseren verteidigung und damit auf das VZ stp verzichten, oder umgekehrt... F: spannend, spannend wird auch der zug von andreas für mich. denn noch weiß ich nicht, ob es eine ganz große finte von E und F war, dessen ziel es war den dreier I/Ö/R zu sprengen. ich glaube es eigentlich nicht. sollte es so sein, werde ich alles gegen F werfen und bernd zum sieg verhelfen. das weiß andreas, daher denke ich nicht, daß er doppeltes, nein sogar dreifaches spiel spielt. ausblick: let's get ready to rumble... wenn alles so läuft wie mit F besprochen sehe ich meine siegchancen bei 80%. ansonsten wird es sehr hart. |
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| Sehr überraschend war die letzte Frühjahrsauswertung. Frankreich steht vor meiner Haustüre und positioniert sich gegen mich anstatt, wie ausgemacht, die Front gegen Österreich-Ungarn aufzubauen. Eiskalt erwischt hat er mich, vor allem da ich gerader Hoffnung hegte im Norden den Durchbruch zu schaffen. Angeblich soll dem Franzosen ein geplanter Stab von mir zugesteckt worden sein. Selbst Österreich bestätigt mir, das er Frankreich an der Nase herum geführt habe. Aber das kann natürlich auch nur eine List der beiden sein. Obwohl Paris in diesem Fall nun sicher sein müßte, das er von Österreich-Ungarn und Italien zerlegt wird. Außerdem muß er sich doch wohl im klaren sein, das dann auch ich mich an seinen VZs bereichern würde. Schwierige Situation für mich. StP kann ich sicher nehmen. Trotz der Situation, und vielleicht gerade weil Österreich-Ungarn Frankreich reingelegt hat, hoffe ich, das Frankreich weiterhin zu mir hält und die Flotte in NAt wieder Richtung Süden lenkt. Habe eine Depesche mit dem Betreff "Wider dem Vasallentum" nach Moskau, Rom und Ankara geschickt in der Hoffnung, das sich endlich was bewegt und Wien zum ersten mal unter Druck kommt. Anderenfalls ist der Ausgang der Partie schon jetzt deutlich erkennbar. England wird entweder 1 Aufbau bekommen oder die gleiche VZ-Stärke behalten. Dieser Zug entscheidet meiner Meinung nach auch, ob Österreich-Ungarn gewinnt oder doch noch aufgehalten werden kann. |
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| So, da ist noch mal ganz schön Leben in die Bude gekommen. Bin gespannt ob Jürgen mich foppt, oder ob die Empfehlung von Jörg Weis stimmt, und Jürgen tatsächlich auch bereit ist den schwereren Weg zu gehen, einfach weil es mehr Spaß macht. Einfacher wäre es sicherlich mit dem Russen als Juniorpartner zu spielen, Bernd und ich sind eh kaltgestellt. Egal, im Moment brummt mir der Kopf, und ich blicke wirklich nicht mehr ganz durch im Gewühl der Intrigen. So wie es aussieht verzeiht mir Bernd den Stab wohl nicht, kauft mir aber meine Angst ab. Wenn ich mich festlegen sollte dann würde ich sagen, dass Bernd nun nichts anderes mehr übrig bleibt als auf Jürgen einzugehen. Die Vorschläge von Bernd sind zu durchsichtig und passen viel zu gut zu denen von Jürgen. Aber was ist mit den anderen? Georg „hasst“ Jan und Bernd, er wäre einer derer, die unsere Pläne noch durchkreuzen könn-ten, scheint aber mit auf der Welle zu schwimmen. Jan kann ich in dieser Phase schlecht einschätzen, entweder will er nicht so recht, oder er macht nicht mehr als nötig. Zumindest haben wir ne Absprache, die sich mit den Aussagen von Jürgen deckt. Gänzlich ferngesteuert erscheint mir der Russe, zumindest behauptet Jürgen ihn voll im Griff zu haben, wir werden sehen. Wenn hier einer den Sieg verdient hat, dann ist es auch ÖU, er steckt unheimlich viel Arbeit in das Spiel. Ein wenig leid tut mir Martin, hatte wirklich nicht sonderlich viel vom Spiel. So, eben kommt ne weitergeleitete Mail von Jürgen herein, ich glaube Bernd will nicht so recht mit ihm, mal schauen, meine Züge stehen jedenfalls fest: F Nat-Liv F Mat-Eng A Pic-Bel A Bur-Mun A Kiel-Hol F Spa/sc-Mat A Naf s F Tun xxx F Tun s F West-Tyn Wenn da auch nur der Hauch (West-Spa, Mar s ist nur ein Beispiel) in die Hose geht, dann gute Nacht Marie ;-) |
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| Hui, heute ist mein Antigeburtstag - ob das ein gutes Omen ist? Na jedenfalls, alia iacta est, mal schauen wie sie fallen. Hab versucht zwischen dem Franzosen und dem Österreicher ne Einigung zu erzielen, die ein schnelles Partieende und ein Überleben Berlins garantieren würde. Monsieur Braun wollte nicht betteln gehen und Herr Winter hatte schon ne eigene Lösung am köcheln. Was dabei rauskommt? Ist echt nicht vorauszusagen im Moment. Die deutsche Polarflotte hat wohl keine besonders lange Zukunft mehr, aber die Festung Freies Berlin wird bis zum letzten Kebap verteidigt! |
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| Der letzte Zug hat eine Wende gebracht.
Frankreich hat sich in Stellung gegen E gebracht. Ob das nur eine Finte war oder ob das wirklich ein Konflikt zwischen den beiden ist, wird der nächste Zug zeigen. Was für mich aber klar ist, dass ich 'offen wie ein Scheunentor' stehe. Und das werde ich nun ändern. Österreich wird, wenn Russland und ich nicht die Seiten wechseln, ohne Probleme ein Solo ansteuern. Andreas sucht meinen Kontakt. Ich werde ihn nun auch nicht angreifen. Wenn alles klappt, bekomme ich trotzdem Tun von ihm und kann dadurch aufbauen. Russland soll sich jetzt auch Richtung Österreich bewegen. England hat sich nun auch nochmal gemeldet und auf das bevorstehende Solo hingewiesen. Mir scheint, dass Jürgen Probleme bekommen könnte. Wenn er allerdings jetzt schon stabben will, verpufft unser Angriff ohne viel Wirkung. Aber dann wird das noch ein heisser Tanz im Mittelmeer. |
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| Mein liebes Kriegstagebuch, einiges war los in der letzten Zeit. Unser Hof erstrahlt langsam wieder im alten Glanz. Botschafter der grössten Nationen Europas geben sich die Klinke in die Hand und buhlen um unsere Freundschaft. Sogar die Rückgewinnung unserer alten Hauptstadt St. Petersburg ist wieder in greifbare Nähe gerückt. Dies ist dann zwar nur unter der permanenten Aufsicht Englands möglich aber es wäre ein Anfang. Leider müssen wir dem Donaukaiser nun zeigen das sich geschichte immer wiederholt und man sich bekanntlich zweimal im Leben trifft. Zusammen mt unserem alten Verbündeteten, dem Präsidenten von Italien werden wir in die Donaumonarchie einmarschieren und hoffen so dem Kaiser zuvorzukommen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein bis dieser wieder seine alten Angriffspläne entdeckt und in unsere Reiche einmarschiert. Wenn wir pech haben werden unsere truppen schon an den Grenzen auf die seinigen stoßen und wir würden so den Überraschungsmoment verlieren. Aber falls wir bei diesem Versuch unsere Freiheit zu bewahren verlieren und untergehen sollten dann haben wir auf jeden Fall dafür gekämpft und haben versucht dem Siechtum in unseren Paläste entgegenzuwirken. |
| Land | Zuege | Rueckzuege | Auf- und Abbauten |
| Mar - Pie: OK Tri - Ven: Bounce with Rom 1:1; Ion - Nap: Bounce with Tyn 1:1; Con S Aeg - Smy: OK Ruh S Kie - Hol: OK Mun - Kie: Bounce with Ber 1:1; Pru - War: Bounce with Lvn 1:1; Aeg - Smy: OK |
A Vie B A Bud B |
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| Nwy S Fin - StP: OK Fin - StP: OK Bar S Fin - StP: OK Swe - Den: OK Bal - Lvn: Bounce with Lvn 1:1; Nth - Hel: OK Hol S Kie H: Void; Dislodged by Kie 2:1; |
F Hol - Nth | A Nwy D | |
| NAt - Liv: OK MAt - Eng: OK Pic - Bel: OK Kie - Hol: OK Bur - Mun: Bounce with Mun 1:1; Spa - MAt: OK NAf S Tun H: OK Tun S Wes - Tyn: OK |
F Mar B F Bre B |
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| Ber - Kie:
Bounce with Mun 1:1; StP H: Dislodged by Fin 3:1; |
F StP - Bot | F Bot D | |
| Tyn - Nap: Bounce with Ion 1:1; Rom - Ven: Bounce with Tri 1:1; Wes - Tyn: Bounce with Tyn 1:1; Smy H: Dislodged by Aeg 2:1; |
F Smy - Eas | NOR; GM disbands F Eas | |
| Sil - Ber: Bounce with Ber 1:1; Arm - Ank: Bounce with Ank 1:1; Mos - Ukr: OK Lvn - War: Bounce with Pru 1:1; |
NOR; GM disbands A Arm | ||
| Ank S Smy - Con: Void; |

| Wien, 30.07.02 Das ist nun einer der Züge, die den Ausgang eines Spiels wesentlich beeinflussen. Beinahe jeder einzelne Spieler hat in solchen Runden die Möglichkeit, den Ausgang der Partie maßgeblich zu beeinflussen. Einer sehr inoffiziellen Theorie von mir zufolge kommt es besonders darauf an, in diesen wesentlichen Runden einer Partie möglichst viele Geschehnisse am Brett in möglichst die Bahnen zu lenken, die einem zu Gute kommen. Ähnlich den Big Points im Sport (z.B. Tennis), die einen vorentscheidenden Charakter für die ganze Partie haben, ist es auch in Diplomacy möglich, in den wesentlichen Runden dem Spiel einen neuen Spin zu geben. Ich rede nicht davon, dass eine winzige Nation plötzlich gewinnt, aber es fällt generell leichter, in Zeiten des großen Aufbruchs die Dinge ein wenig zum Besseren zu drehen. Frankreich z.B. hat sich durch diesen Zug wieder auf die Siegerstraße gebracht. Wer auch immer in Zukunft diese Partie gewinnen möchte, sein Weg führt nun (u.a.) ganz sicher über Frankreich. Dies verdankt Andreas einerseits seinem eigenen unerschütterlichen Vertrauen in Jürgen (das ich sicher nicht gehabt hätte an seiner Stelle - aber wie so oft zitiert: "Diplomacy ist die Kunst zu wissen, wann man wem vertrauen kann...), anderseits dem unerschütterlichen Vertrauen von Bernd zu Andreas (... und wann man wem besser nicht vertraut"). Frankreich hat nun, wie auch Österreich, an zwei Fronten Ruhe, die zuvor viel an Kraftaufwand bedeutet hatten: das Mittelmeer ist befriedet und auch Deutschland scheint Kriegsschauplatz gewesen zu sein. Das setzt Kräfte frei für den Kampf gegen England. Lon ist dem Franzosen im kommenden Jahr kaum zu nehmen, lediglich um Edi könnte es noch Gefechte geben, wenn Bernd seine selbstmörderische Vorwärtsbewegung stoppt, und sich um sein Heimatland kümmert. Bernd hat sein politisches Überleben ganz an Andreas und dessen Lügen über die Beziehung Frankreichs zu Österreich geknüpft. Jeder der jetzt meint, er wäre nie auf diese Lügen hineingefallen, hat keine Ahnung von den Abläufen einer Diplomacy-Partie und den damit verbundenen menschlichen Eigenheiten. Eine dieser Eigenheiten ist, dass wir leichter glauben, was wir auch gerne glauben wollen. Das kann man sicher übertreiben, aber in feiner Dosierung wirkt das "glauben Wollen" Wunder. Vermutlich hatte Bernd auch nicht viel andere Möglichkeiten, und Liv wäre ohnehin fort gewesen, allerdings hätte ein einfaches Nth s Hol H genügt, um wenigstens dieses Zentrum zu halten. In Hel ist die Flotte eine Vorgabe gegen Frankreich, das nun die akuteste Bedrohung für das Inselreich ist. Nicht, dass man aus den Zügen von F und Oe wissen hätte müssen, dass die beiden kooperieren, aber zumindest die Züge von F haben eine ziemlich klare Sprache gesprochen, jedenfalls bis zu Pie - Mar. Durch diesen Zug war es vermutlich leicht, England von der Feindschaft zwischen F und Oe zu überzeugen. Irgendwann müssen die Jungs mal aufklären, was vor diesem Zug so alles passiert ist... Österreich hat riskiert und hätte eigentlich verloren. Die zwei osmanischen Zentren, die zu den Aufbauten führten, resultieren aus einer merkwürdigen Uneinigkeit der beiden Ex-Partner-dann-Gegner-dann-wieder-Partner-jetzt-wieder-Gegner Österreichs, I und R, die bei konsequentem Spiel wenigstens Smy hätten halten können. So sieht der Angriff auf die Donaumonarchie etwas chaotisch und zahnlos aus; wie eigentlich das gesamte Spiel der drei Ostmächte in Osmanien. Der zweite große Stab an I/R wurde entweder verraten, oder er kam zur gleichen Zeit als die beiden Opfer soeben im Begriff waren, zu Tätern zu werden. Ich kann nur raten, aber eventuell ist daran der Zug Pie - Mar ein wenig Mitschuld, der I/R vorgegaukelt hatte, eventuell könnte man gemeinsam mit dem großen Frankreich gegen Österreich spielen. Jedenfalls steht Österreich wie eigentlich immer bisher glänzend da. Mit einem Schlag ist die Schlacht ums Mittelmeer entschieden, ohne dass ein weiterer Schuss fallen muss, in weiterer Folge wird vermutlich die Donaumonarchie Richtung Kaukasus ausgedehnt, und auch der italienische Stiefel wird bald wieder in Habsburgischem Rot erstrahlen. Diesmal vermutlich ganz... Es sieht nun so aus, dass Oe/F offensichtlich die richtigen Schritte getan haben, um die einzigen Großmächte Europas zu werden. Der Rest wird bereits in wenigen Jahren ausgeschieden oder auf ein bis zwei Zentren sein, solange der Pakt hält. Andreas hat zwei Möglichkeiten, er kann versuchen sich mit Jürgen ein Match um den Sieg zu liefern, bei dem er vermutlich den Kürzeren ziehen würde, oder gemeinsam mit einem anderen starken Partner (mit wem?) Jürgen vom Solo abzuhalten. Um das alleine zu bewerkstelligen müsste Andreas vermutlich mit Deutschland, einem der treuesten Vasallen Österreichs, aufräumen, und das wird schwer, solange England noch einigermaßen am Leben ist. Sollte ein zweiter Platz nicht das Ziel sein, darf Andreas nicht den richtigen Punkt verpassen, die neue Freundschaft mit Österreich zu beenden. Einmal in dieser Partie dürfte nicht Jürgen derjenige sein, der ein Bündnis aktiv bricht. Diese Runde war es fast so weit, beim nächsten Mal... Sebastian Beer |