Archive des BUMM, Sommer 1910


Notizen der Herrscher
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Notizen der Herrscher

England:  Verraten und verkauft an Paris hat mich nun der Deutsche Kaiser, obwohl ich noch dazu beigetragen habe Ihn zu neuem Glanz zu verhelfen. Geblieben ist mir ein treuer Österreicher, der allerdings nun auch ganz alleine mit sich selbst zurecht kommen muß. Helfen kann ich keinem mehr und mir auch keiner. 
Der Untergang des englischen Königshauses ist besiegelt und es gibt keine Rettung mehr. 
Ob es sinnvoll war, das sich Deutschland nun den französischen Truppen angeschlossen hat, wird sich rausstellen. Klar, für Berlin ist das natürlich eine reine Überlebensstrategie, da er nun zu den 3 größten Mächten zählt und den Rest der kleinen Länder hinter sich lassen wird.
England kann nichts weiter tun als sich seinem Schicksal ergeben, daher werden die verbliebenen beiden Einheiten nur noch sich selbst schützen. Bis zum nächsten Herbst sind sie dann sowieso vernichtet.
Wien kündigte mir schon an, das es sich nun mein Warschau nehmen will, bevor der Deutsche das tut. Damit ist meine letzte Hoffnung auf ein wenig weiterleben zunichte gemacht

Osmanien: Da habe ich wohl letzte Runde argen Mist gebaut. Eigentlich haette Russland jetzt in Smy stehen sollen, ja muessen. Das kommt davon wenn man in eine beliebige Verhandlungs- mail schaut, und nicht in die letzte.

Weiter gehts im allgemeinen Ueberlebenskampf mit:
A Ank - Arm ... wer haette das noch gedacht, mal was anderes als A Ank - Con *g*
Ist zwar ein recht grosses Risiko, da ich aber von A Smy - Arm ausgehe, koennte mich das nochmal ein Jahr lang retten.

Oesterreich:  rückblick:
der herbst 1909 bot für mich sowohl eine überraschende als auch enttäuschende wendung des geschehens. daß georg als deutscher schon lange rachegefühle an bernd hegte wußte ich. und es war besprochen diesen noch genüge zu werden. dennoch hielt ich georg für einen treuen verbündeten von mir. ich war es, der für sein überleben in dieser partie verantwortlich ist. mit dem diplomatisch möglichmachen des erobern stp's im winter05, mit absichtlichen bounces gegen bernd, damit kiel und ber deutsch werden und bleiben und mit der räumung von mun zugunsten georgs. und letzteres war wohl der entscheidende fehler von mir, der mich den sieg kosten wird und andreas auf platz 1 bringen wird. denn ich kann maximal auf 16 VZ kommen nachdem deutschland mich verlassen hat.

mein zug:
pied-mar
ven-tyr
rome-tus
nap-tyn
ion s nap-tyn
tri-adr
-> diese züge dienen dem aufbau meiner stalematelinie im mittelmeer
con-smy
aeg-con
sev-arm
-> ich werde osmanien im herbst ausschalten. daher risikiere ich auch den temporären abzug der wichtigen a sev
mos s lvn h
lvn s stp h
->ich könnte zwar stp leicht alleine erobern, aber habe keinen nutzen darin, da ich es als "südoststaat" gegen den westen ohnehin nicht halten kann. wichtiger ist daher lvn für mich.
boh-sil
bud-gal
vie-boh
->damit will ich die stalematelinie im norden aufbauen

zu den anderen:

E:
tja, ich fürchte bernd wird diesen herbst zusammen mit osmanien ausscheiden. viel kann er mit seinen beiden einheiten da oben nicht anfangen.

O:
teilt wie gesagt englands schicksal.

R:
mit christian ist es interessant. er wird sehen, daß ich ihn nicht angelogen habe, als ich ihm unterstützung nach ank anbot, ich habe ihm die eroberung stp's angekündigt und hoffe er zieht deswegen stp-nwy.

I:
die wahrscheinlichkeit, daß jan mit andreas' wissen nach tun gelangte ist natürlich hoch. aber jan ist für mich die einzige hoffnung in diesem spiel noch die stalematelinie zu erreichen. ich habe versucht ihm ein tun s nap-tyn damit schmackhaft zu machen, daß er damit überlebt. um den willen danach zu verstärken habe ich ihm noch erzählt, daß georg als neuer partner von andreas' schon seit jan's angriff auf ihn nur noch den wunsch hegt, er möge als erster draufgehen. das hat mir georg ja häufig genug gesagt.

F:
andreas wird weiter sein ding machen und seinen ultimativen angriff... auf georg!!! (da bin ich mir sicher) langsam vorbereiten. 

D:
wie schon in der einleitung gesagt, eine enttäuschung für mich. denn georg entscheidet nun das spiel (annahme tun wird durch F erobert und ich habe meine 16er VZ-linie, die ich leicht erreichen kann).

ich habe natürlich intensiv versucht ihn wieder zu drehen. ich möchte hier meine versuche darstellen.

zunächst habe ich den "emotionalen" weg probiert.
ich wies ihn darauf hin, daß ich seit anbeginn der partie an seiner seite stehe. daß ich für sein überleben verantwortlich bin, als er durch F/E/I/R bis auf 1 VZ heruntergekämpft wurde. und daß ich ihn wieder stärker gemacht habe.

als zweites habe ich den "rationalen" weg versucht und folgende argumente gebracht:
- hilft er F zu lange, wird andreas ihn stabben und von den 18 nicht mehr abzubringen sein. folge:
1. F 18 VZ
2. Ö 16 VZ

- stabbt andreas ihn nicht, wird es auf einen unrühmlichen und peinlichen 3er draw hinauslaufen (was ich nicht glaube)

- wechselt er zu mir zurück, werde ich das spiel gewinnen, georg aber mit VZ's überleben:
1. Ö 18 VZ
2. F ? VZ
3. D ? VZ

spieltheoretisch sollte ihm letzte variante am liebsten sein. aber meine vorlesungen zu entscheidung und spieltheorie liegen nun bald eine dekade zurück ;-)

beide wege haben anscheinend leider nicht funktioniert. noch nicht...

ausblick:
wenn jan mitmacht, stehen meine chancen gar nicht mal so schlecht das spiel doch noch irgendwann zu gewinnen. ansonsten werde ich leider andreas gratulieren müssen...

Frankreich:  So, der letzte Zug war halb Sonne, halb Schatten. Sonne, weil mit Georg alles so geklappt hat wie geplant: England ist auch dank ÖU auf 2 Einheiten reduziert, und ich habe Nwy behalten, Bal-Lvn hat tatsächlich seinen Zweck erfüllt. Im Nachhinein war auch die Entscheidung Jan "freiwillig" nach Tun zu lassen die bessere, seine Flotte ist eben gleich vor Ort.

Schatten, weil Martin, aus welchen Gründen auch immer, auf Ank s Arm-Smy verzichtet hat. Möchte mal wissen was da in ihn gefahren ist, so tut er sich zumindest keinen Gefallen. Und sehr dumm ist auch, dass Bernd nicht konditioniert abgebaut hat. Ich kann nicht verstehen, wie man so blind auf die Zusage anderer bauen kann, OK, Georg hat sich in der Tat viel Mühe mit der Ausarbeitung der Züge gegeben, und das hat wohl überzeugt.

West-Tyn, Tun s (hoffentlich, aber ich denke Jan hat keinerlei Interesse daran, seinen sicheren Hafen in Tun zu verlassen. Ja ja, der Überlebenswille ist in der Natur schon sehr stark ausgeprägt -)

Gol s Mar-Pied in der Hoffnung, dass Jürgen diesen Zug übersieht, Bur rückt gleich nach. Ich hoffe jetzt ist die Gefahr von Georg gebannt, viel kann er bei einem Stab gegen mich nicht holen, aber mit

Ruhr-Hol kann ich leider nicht das unausweichliche verhindern wenn es denn kommen sollte, die Absprache verlangt einen Support nach Mun, der aber wahrscheinlich nicht nötig ist... grübel, Bur oder Ruhr müssen den übernehmen.

Nat-Nrg soll nur den Briten am Ausflug nach Nrg hindern, Liv und Yor werden diese Runde wohl ruhen, Hol kommt nach Nwy, so ist leider die wichtigste Einheit rund um England beschäftigt, und Bernd kann noch bis zum Herbst hoffen. Schade, dass er meine letzte Mail ignoriert hat, aber was soll's. Hätte er konditioniert im Westen abgebaut, dann hätte ich seiner randalierenden Truppe auf dem Balkan natürlich die Absolution erteilt und er hätte Edi bis zu deren Ableben behalten dürfen

Christian hat zugesagt, den Zug Den-Lvn zu unterstützen. Wenn das klappt, dann kann Jürgen entgültig das Solo an den Nagel hängen, was natürlich vorrangiges Ziel ist.

F Nat-Nrg
F Liv-Cly
F Yor s A Cly-Edi
F Nth c A Hol-Nwy
A Hol-Nth-Nwy
A Ruhr s A Kiel-Mun
A Swe-Fin
F Mar-Pied
F Gol s F Mar-Pied
F West-Tyn
A Bur-Mar

Bur-Mar bereiten mir etwas Magenschmerzen, Georg zu vertrauen ist wirklich nicht leicht, aber nun sollte er rationell reagieren, und Mar-Pied klappt eh nicht.

Deutschland:  Der Seitenwechsel ist zumindest bei mir bestens gelungen, trotzdem dürfte die österreichische Pattlinie für uns nicht mehr brechbar sein. Andreas hat mit seiner Mädchentaktik Tunis verloren, mal schauen, ob das überhaupt zurückholbar ist. Ich mit meiner Männertaktik hab hingegen Petersburg gesichert, aber die Mos-War Linie wird wohl trotzdem zum unüberwindbaren Hindernis. Bleibt zuletzt also nur zu hoffen, daß Andreas nicht noch schwul wird, und mich überfällt. Naja, so bald wird das ja hoffentlich nicht sein...

Italien: Ich helfe zur Abwechslung mal wieder dem Jürgen. Zwar versprechen mir beide (Andreas & Jürgen) dass sie mich überleben
lassen, aber das wird nicht ewig so gehen. Mal sehen, was noch so passiert.

Deutschland: Jürgen hat sein Angebot erneuert, bleibt also wirklich nur noch zu hoffen, daß ich Frankreich lange genug bei der Stange halten kann, um einen guten Zug abzuliefern. Wiedermal zurück zu Nachtschattenregel #1, stealthen und warten...


Truppenbewegungen

Land Zuege Rueckzuege Auf- und Abbauten
Oesterreich - Ungarn Pie - Mar: Defeated by Mar 2:1; Dislodged by Mar 2:1; 
Ven - Tyr: OK
Rom - Tus: OK
Nap - Tyn: OK
Ion S Nap - Tyn: OK
Tri - Adr: OK
Con - Smy: OK
Aeg - Con: OK
Sev - Arm: Bounce with Ank 1:1; 
Mos S Lvn H: OK
Lvn S Mos H: Cut by Den; 
Boh - Sil: Bounce with Ber 1:1; 
Bud - Gal: OK
Vie - Boh: Bounce with Boh 1:1; 
A Pie - Ven  
Großbritannien Edi S Cly H: OK
Cly S Edi H: Cut by Liv; 
   
Frankreich NAt - Nrg: OK
Liv - Cly: Bounce with Cly 2:2; 
Yor S Cly - Edi: Void; 
Nth C Hol - Nwy: OK
Hol - Nth - Nwy: OK
Ruh S Kie - Mun: OK
Swe - Fin: OK
Mar - Pie: OK
Bur - Mar: OK
GoL S Mar - Pie: OK
Wes - Tyn: Defeated by Nap 3:1;
   
Deutsches Reich Kie - Mun: OK
Ber - Sil: Bounce with Boh 1:1; 
Den - Bal - Lvn: Bounce with Lvn 2:2; 
Bal C Den - Lvn: 
   
Italien Tun S Nap - Tyn: OK    
Russland StP S Den - Lvn: OK    
Osmanisches Reich Ank - Arm: Bounce with Sev 1:1;    

 


Karte


Anmerkungen des BUMM

Wien, 25.10.02 
Die Schlingen ziehen sich enger. In Osmanien hat Jürgen endlich (nach Jahren des Hängens und Würgens und mehreren Fehlern von diversen Spielern) eine Position erlangt, von der aus er Martin im Winter rauskicken wird. Martin ist selber schuld, das hat er ganz alleine verbockt. Mit einem Ank s Arm-Smy wäre Jürgen im Süden nochmal gefordert gewesen, so ist auch der zweite Rand für Jürgen in Reichweite. Kann er sich mal bei Martin bedanken, der ihm da in die Hände gespielt hat.

In Tun sitzt Jan noch fest im Sattel (F kann tun nicht nehmen, und wird Oe nicht freiwillig rein lassen); dennoch wird er das Spiel vermutlich nicht überleben. Bevor sich die Jungs hier auf ein Fünfer-Draw einigen, bekommt Tun eben derjenige von Oe/F, der weniger Zentren hat. 

Gleiches gilt für Christian, allerdings mit ungünstigeren Vorzeichen: StP ist von Süden aus nicht zu halten. Wenn D/F noch zwei Flotten um StP versammeln, ist es gefallen. Damit wird der Zar dem King und dem Sultan folgen, die drei sind eigentlich nicht mehr zu retten (und wenn, dann dürfen sie sich Meister-Diplomat nennen). 

England sollte, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, noch dieses Jahr fallen. Andreas kann leicht beide Einheiten von Bernd vernichten, und dann macht es für Jürgen keinen Sinn mehr, War offen zu lassen. Allerdings wartet er damit laut eigenen Aussagen noch ein wenig, also könnte Bernd noch alleiniger 6. werden. Allerdings: ich lege mich fest (obwohl ich mit Vorhersagen, wer wann ausscheidet bisher schlecht gefahren bin): dieses Jahr scheidet wenigstens einer aus.

Georg hat seine Chance gesehen und zugeschlagen. Jürgens moralische Argumente sind fehl am Platze, Moral bei Diplomacy ist immer zweckgebunden. Und wenn Georg (so wie ich übrigens auch) für sich ein Draw höher einschätzt als einen dritten Platz hinter einem Solosieger, dann wird er Jürgen nicht den Steigbügel zum Sieg halten. Außerdem war Georg auch umgekehrt Jürgen von Nutzen (abgesehen davon, dass er es natürlich Jürgen zu verdanken hat, nicht schon 1906 hochkant aus der Partie rausgeflogen zu sein). Gespannt dürfen wir sein, ob Andreas nochmal eine Chance sieht, um Georg rauszuwerfen, ohne dabei einen österreichischen Sieg zu riskieren. Sollte das möglich sein, wird es passieren. Andernfalls wankt die Partie einem Dreier-Draw entgegen. 

Frankreich steht durch den Kurswechsel Deutschlands recht gut da. Wenn ihm Georg erhalten bleibt, ist ihm ein Draw sicher, der Sieg wird sich, auch bei einem äußerst geglückten Stab an Georg nicht mehr ausgehen; ihm fehlt ein 18. Zentrum, das ist im Moment nicht in Sicht. Support für Tun und die Einnahme von England bzw. StP ist erst mal Pflicht, dann machen sich die restlichen vier Jungs das untereinander aus. 

Jürgen kann im Spaziergang zwei Zentren erobern, bräuchte dann allerdings noch zwei. Ob er Mun oder Mar, die er ja schon mal besessen hat, bis zum heutigen Tag halten hätte können, wage ich zu bezweifeln. Andererseits sehe ich für ihn keine Möglichkeit, die Stalemate-Line zu überqueren.. StP fällt an D/F, Deutschland ist zu, sobald Georg Den - Kie zieht, und im Mittelmeer wirds auch extrem eng, zumal Andreas sicher bald die Flotten, die heute noch England erobern, richtung Mittelmeer ziehen wird. Mit Tun kommt Jürgen auf 17 Zentren. Das ist zu wenig, aber mehr werden sie auf keinen Fall. Das ist bitter, er hat lange Zeit wie der sichere Sieger ausgesehen. Und da behauptet irgendjemand, dass Stalemate-Lines unwichtig sind... Hier sind sie eindeutig Spiel entscheidend.

In den nächsten Zügen werden wir sehen, wie einige Kleinstaaten der Reihe nach fallen werden, die geographischen Verhältnisse eindeutiger werden (meist ein Zeichen von Endspiel) und besonders interessiert uns (mich) das Verhältnis von D zu F. Hier wird letztlich das Spiel entschieden. Kann Jürgen Georg wieder an Bord ziehen, oder nicht, das ist eine der letzten offenen Fragen dieser Partie. 

Sebastian Beer


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